Regelwerk

Allgemeines

Poker ist ein Kartenspiel, welches mit einem 52er französischem Blatt gespielt wird. Es können zwei bis maximal zehn Spieler mitspielen, je nach Variante sind vier, fünf, sechs, acht oder zehn Personen die bevorzugte Spieleranzahl

Grundsätzlicher Ablauf eines Pokerspiels

Poker ist unter allen Kartenspielen einzigartig. Denn im Gegensatz zu anderen Spielen kommt beim Poker zur Komponente des Spielens eine weitere wesentliche hinzu – das Setzen von Werteinheiten (Chips). Bei einem Pokerspiel wechseln sich nun die Spielrunden mit Setzrunden ab. Die Anzahl der Setzrunden hängt dabei ebenso von der gespielten Variante ab, wie die Anzahl der jeweils verteilten Karten.

Allumfassendes Ziel bei einem Pokerspiel ist es, sein Vermögen an Werteinheiten (Chips) zu erhöhen. Um dies zu schaffen, muss man Spielrunden, und die in diesen Runden zusammengekommenen Pots, gewinnen. Als Pot wird die Summe aller Einsätze der sich im Spiel befindenden Spieler bezeichnet.

Sind die Karten ausgeteilt, hat man je nach Spielsituation mehrere Möglichkeiten. Man kann schieben („check“), das vorherige Gebot mitgehen („call“), setzen („bet“), erhöhen („raise“), oder aussteigen („fold“). Wenn alle Spieler außer einem selbst ausgestiegen sind, hat man die Spielrunde, bzw. den Pot für sich entschieden. In diesem Fall muss man seine eigenen Karten nicht zeigen. Sollten nach der letzten Setzrunde noch mehrere Spieler dabei sein, so kommt es zu einem so genannten „Showdown“. Hier müssen nun alle sich noch im Spiel befindenden Spieler ihre Karten aufdecken, um zu ermitteln, wer die beste Kartenkombination hält, und somit die Spielrunde und den Pot für sich entschieden hat.

Kombinationsmöglichkeiten – Rangfolge der Blätter Im Folgenden ist nun die Rangfolge der Blätter aufgelistet. Beginnend mit der stärksten Kombination, dem „Royal Flush“ bis hinunter zur einzelnen höchsten Karte, „High Card“.

Rangfolge der Blätter

A K Q J 10   Royal Flush  (eine Strasse in einer Farbe auf Ass endend)

5 4 3 2 A   Straight Flush  (eine Strasse in einer Farbe)

K K K K 8   Vierling/Poker  (4 Karten mit gleichem Wert)

Q Q Q 2 2   Full House  (ein Drilling + ein Paar)

7 8 9 10 K   Flush  (5 Karten in einer Farbe)

A K Q J 10   Straight  (5 Karten in einer Reihe)

5 5 5 9 3   Drilling  (3 Karten mit gleichem Wert)

7 7 4 4 J   Two Pair  (2 Paare)

10 10 J 6 2   One Pair  (2 Karten mit gleichem Wert)

A Q 9 8 5   High Card  (höchste Karte)

Grundeinsätze

Das Blind ist ein vorgeschriebener Einsatz, den nur bestimmte Spieler leisten müssen. Diese Form ist bei Texas Hold’em üblich. Hierbei muss lediglich der Spieler links vom Geber einen Einsatz, den Small Blind und dessen linker Nachbar den Big Blind (gewöhnlich das Doppelte des Small Blind) setzen; die anderen Spieler müssen vor dem Austeilen der ersten Karten keine Einsätze leisten.

Bei Poker-Turnieren werden die Blinds nach einem gewissen Zeitplan erhöht. Weiters werden Sidepots gespielt. Das heißt, wer keinen vollen Blind mehr bringen kann, geht auch mit dem Teilbetrag All-In.

Limits

In den einzelnen Setzrunden ist die folgende Form des Limits möglich:

No Limit: Es darf nach Belieben gesetzt werden, einzig muss mindestens um den Wert des Big Blinds erhöht werden.

Spezielle Situationen  

All-In Situationen:

Sollte ein Spieler in die Situation geraten, sein gesamtes Chipvermögen zu setzen, so bezeichnet man dies als All-In. Der Spieler hat nach der Aktion aufzustehen. Sollte nur noch ein weiterer Gegenspieler am Tisch sitzen, so werden die Pocket Cards (jene zwei Spielkarten, die vor der ersten Setzrunde von dem Dealer ausgeteilt werden) sofort aufgedeckt, etwaige fehlende Gemeinschaftskarten erst danach. Sollten noch mehrere Spieler am Tisch sitzen, bleiben die Pocket Cards verdeckt, und die verbleibenden Spieler spielen in einem so genannten Side Pot weiter. Der All-In gegangene Spieler kann jetzt nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen und muss den Show Down abwarten.

Side Pots:

Wenn einem Spieler während eines Spiels die Jetons ausgehen (man sagt, der Spieler sei All-In), so wird ein Side Pot gespielt, d.h. der Hauptpot (Main Pot) wird zur Seite genommen. Die verbleibenden Spieler bieten normal weiter und geben ihre Einsätze in den Side Pot (auch Nebenpot). Der Sieger gewinnt nur den Pot (oder mehrere Pots), in welchen er noch mitgeboten hat. In einem einzelnen Spiel können, falls erforderlich, auch mehrere Side Pots gespielt werden. Beispiel: Angenommen es kämpfen noch drei Spieler A, B und C um den Pot. A setzt 200 Einheiten, B entscheidet sich zu „mitzugehen“, besitzt aber nur noch 50 Einheiten, C geht ebenfalls mit, womit alle Einsätze egalisiert sind. Der Hauptpot besteht nun aus drei mal 50 Einheiten von A, B und C, sowie dem, was schon zuvor darin war, der Side Pot aus 300 Einheiten, nämlich je 150 Einheiten von A und C. A und C kämpfen nun weiter und setzen ihre weiteren Einsätze in den Side Pot. Hat A (oder C) am Ende das beste Blatt, so gewinnt er Haupt- und Nebenpot, da er in allen Pots mitgesetzt hat. Hat hingegen B das beste Blatt, so gewinnt B nur den Hauptpot, da B ja am Side Pot nicht beteiligt war; dieser geht an A oder C, je nachdem, wer von diesen beiden Spielern das bessere Blatt vorweisen kann. Split Pots: Haben zwei oder mehrere Spieler nach dem Aufdecken der Karten („Showdown“), denselben Wert der Blätter, wird der Pot zwischen ihnen aufgeteilt (gesplitted). Kann der Pot nicht exakt zu gleichen Teilen geteilt werden (z. B: bei 15 Einheiten), verbleibt der Odd-Chip (in dem Fall ein Chip mit dem Wert 5, denn es wird 5:5 aufgeteilt) im Pot für die nächste Runde.

Head’s Up (1 gegen 1) Als Head’s Up wird ein Spiel von nur noch 2 Personen gegeneinander verstanden. Hier ist es nun so, dass jener Spieler mit dem Dealer’s Button den Small Blind zu leisten hat, sein gegenüber den Big Blind.

Ausscheiden von Spielern mit Blinds Sollte der Spieler, der in der aktuellen Runde den Big Blind gesetzt hat, in selbiger ausscheiden, so wird in der nächsten Runde kein Small Blind gesetzt (da der Small Blind von dem ausgeschiedenen Spieler zu leisten gewesen wäre). Der Big Blind verbleibt als einziger Grundeinsatz im Pot.

Sollte der Spieler, der in der aktuellen Runde den Small Blind gesetzt hat, in selbiger ausscheiden, so bleibt die Position des Dealers in der nächsten Runde bestehen. D.h. Der Spieler der gedealt hat, teilt die Karten erneut aus. Das Setzen der Blinds passt sich der neuen Situation an.

Texas Hold’em

Allgemein

Texas Hold’em ist die derzeit bekannteste und am weitesten verbreitete Pokervariante. Es wird mit einem Paket französischer Spielkarten zu 52 Blatt von zwei bis maximal zehn Personen gespielt. Texas Hold’em kann in den Formen Split Limit, Pot Limit und No Limit gespielt werden, die derzeit gängigste Variante ist

No Limit

Wertigkeiten (Chips) austeilen Jeder Spieler erhält den gleichen Wert an Chips, sodass alle mit denselben Möglichkeiten in das Spiel gehen.

Dealer bestimmen Falls ohne Croupier gespielt wird, mischt der erste dem Tisch zugeteilte Spieler die Karten, lässt abheben und legt sie in der Mitte des Tisches verdeckt auf. Jeder Spieler zieht nun im Uhrzeigersinn vom austeilenden Spieler weg eine Karte. Der Spieler mit der höchsten Karte ist erster Geber (Dealer) und erhält den Dealer(’s) Button. Haben zwei oder mehrere Spieler im Rang die gleiche höchste Karte so ziehen diese erneut. Solange, bis ein Spieler die höchste besitzt.  Der Geber (Dealer) wechselt mit jeder Spielrunde im Uhrzeigersinn weiter.

Grundeinsätze leisten und Karten austeilen

Der Spieler zur Linken des vorhin bestimmten Gebers muss einen vorgeschriebenen Einsatz, den so genannten Small Blind, z.B. 5 Einheiten setzen, sein Nachbar den Big Blind, i.A. den doppelten Wert des Small Blind, also 10 Einheiten. Die übrigen Spieler müssen vor Erhalt der ersten Karten keinen Grundeinsatz (Ante) leisten. Jeder Spieler erhält nun zwei verdeckte Karten einzeln ausgeteilt (Hole Cards, auch Pocket Cards oder Pockets genannt). Der Spieler, der den Small Blind zu setzen hat, erhält beim Austeilen die erste Karte, danach wird im Uhrzeigersinn weiter ausgegeben.

Erste Setzrunde

Da 2 Blinds schon gesetzt wurden, spricht der Spieler links vom Big Blind als erster und eröffnet die erste Setzrunde (Betting Interval). Dieser Spieler kann nun entweder mitgehen (call), also einen Betrag in Höhe des Big Blind setzen, oder erhöhen (raise) oder aussteigen (fold).

In der gleichen Weise setzen die übrigen Spieler diese Setzrunde fort. Jener Spieler, der den Small Blind gesetzt hat, muss um im Spiel zu bleiben mindestens die Differenz zum Big Blind nachsetzen, kann aber auch erhöhen oder aussteigen. Jener Spieler, der den Big Blind gesetzt hat muss um bei einer Erhöhung im Spiel zu bleiben diese mitgehen, wenn nicht erhöht wurde, kann er entweder abwarten (check) oder selber erhöhen.

Flop

Nach Beendigung der ersten Setzrunde legt der Geber eine Karte verdeckt beiseite (diese wird in der Fachsprache „geburnt“) und anschließend drei Karten offen auf den Tisch (dies wird als „Flop“ bezeichnet). Diese drei Karten sind Gemeinschaftskarten und können von jedem Spieler zum Bilden seiner besten Kartenkombination verwendet werden.

Zweite Setzrunde

Nun hat der Spieler in Erster Position, d.h. der Spieler links vom Geber, i.e. der Spieler, der den Small Blind setzen musste, in dieser und allen weiteren Setzrunden als erster zu sprechen. Ab dieser Setzrunde kann der Spieler, der zuerst sprechen muss, auch abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen.

Turn Nach Beendigung der zweiten Setzrunde wird wieder zunächst eine Karte verdeckt beiseite gelegt („geburnt“) und anschließend eine vierte offene Karte (diese wird als „Turn“ bezeichnet) auf den Tisch gelegt. Diese darf wieder von allen Spielern zur Bildung der besten Kartenkombination verwendet werden.

Dritte Setzrunde

Nun erfolgt eine weitere Setzrunde, bei der wieder der Spieler in erster Position als erster spricht.

River

Nach Beendigung der dritten Setzrunde wird wieder zunächst eine Karte verdeckt beiseite gelegt („geburnt“) und anschließend eine fünfte und zugleich letzte offene Karte (diese wird als „River“ bezeichnet) auf den Tisch gelegt. Diese darf wieder von allen Spielern zur Bildung der besten Kartenkombination verwendet werden.

Vierte und letzte Setzrunde

Nun erfolgt die vierte und letzte Setzrunde, bei der wieder der Spieler in erster Position als erster spricht.

Showdown

Sind nach der letzten Setzrunde noch 2 oder mehr Spieler im Pot, so kommt es zum so genannten „Showdown“. Alle im Pot verbliebenen Spieler müssen jetzt ihre Karten der Reihe nach zeigen, um zu ermitteln wer die beste Kartenkombination aus den 7 Karten (2 verdeckte in der Hand und 5 offene auf dem Tisch) hält. Wer diese hat, gewinnt den sich bis dato angesammelten Pot. Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten abgelegt haben und ausgestiegen sind.

Weiteres Spiel

Nun wechselt die Dealerfunktion eine Position im Uhrzeigersinn weiter und die nächste Spielrunde kann beginnen.