Side-Event der Poker-EM 2014

poker-fire-1280-800-5468Unsere Mitglieder Herwig Kager, Jürgen Schieghofer und Robert Zöhrer, waren am Wochenende live bei einem Side Turnier der Poker-EM 2014. Nachstehend der Bericht von Herwig:

Bewerb: Side-Event der Poker-EM 2014
Spielort: Casino Baden
Datum: 26.10.2014/ 15.00 h
Buy-in: EUR 150,00
Art: Texas Hold´em no limit
Startstack: 20.000 Chips
Levelzeit: 25 Minuten
Teilnehmer: 177 (inkl. der Re-Entries)
Anmerkung: Pro Spieler war ein Re-Entry möglich.

Was ich weiss, war es für Robert und Jürgen das jeweils erste Antreten bei einem internationalen Turnier und Chapeau! – es musste sich niemand von uns verstecken. Nach jeweils vier gespielten Levels gab es eine kurze Pause (10 bzw. 15 Minuten). Die dritte Pause (Dinnerbreak) dauerte eine Stunde. Bis zur 2. Pause war noch alles im Lot und jeder von uns recht gut im Turnier. Irgendwann danach erwischte es Robert. Somit ging es mit Jürgen und mir weiter. Obwohl ich den kompletten Abend von einem Karten-Unlauf heimgesucht wurde, ich behielt die Nerven und spielte geduldig. Daher schaffte ich es zusammen mit Jürgen in die große Pause. Beide hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch keinen Stress. Da international bereits ab dem vierten Level mit Antes gespielt wird, kann man sich vorstellen, womit man ab Level 13 pro Runde „rüberwachsen“ muss, um dabei zu bleiben. Wenn man zu diesem Zeitpunkt schon unter Chips-Druck war, dann war es das.

Das blieb Jürgen und mir aufgrund der jeweiligen Spielweise erspart und wir erreichten auch jeder von uns Level 16. Wenn man dann aber in einen Bereich kommt, wo man 500 Chips pro Hand als Ante abliefern darf, dann kann man sich hochrechnen, dass es da mit „geduldig spielen“ schon lange vorbei war. Zu diesem Zeitpunkt war das Ganze nur mehr auf vier Tische verteilt – Jürgen und ich waren noch dabei. Naja, ein paar mal etwas zu zögerlich gewesen und eine Hand am River verloren – und da war dann der Stress. Zwar konnte ich mich auch noch recht gut bis ins 17. Level retten, aber es war klar – jetzt musste ich bald einmal etwas aus dem Hut zaubern. Es waren nur mehr drei Tische auf denen gespielt wurde. In der letzten Hand von Level 17 bekam ich ATs in Karo. Worauf wollte ich noch warten? – rein damit. Ich bekam den Call von JTo. Gegner traf den J ich den 10er – womit ich mit „set over set“ ausschied. Leider traf es Jürgen in der ersten Hand des nächsten Levels (Level 18).

In der Endabrechnung ergab das: Platz 74 für Robert, Platz 29 für mich und Platz 28 für Jürgen. Die ersten 18 Plätze wurden bezahlt. Bei insgesamt 177 Teilnehmern war das in diesem international besetzten Turnier ein respektables Gesamtergebnis. Ganz so weit waren wir von der Sensation ins Geld zu kommen nicht entfernt – auch wenn es noch ein hartes Stück Arbeit gewesen wäre.

Geblieben ist die Erkenntnis, auch bei internationalen Turnieren in Reichweite der vorderen Plätze kommen zu können. Auch wurde wieder einmal klar – man muss „raus auf die internationale Bühne“ und sich einwenig mit Poker auch abseits vom Vereinsalltag beschäftigen, dann hat man selbst bei solchen internationalen Bewerben die gute Chance eine Top-Platzierung zu erreichen. Ich freue mich über das Ergebnis und hoffe, zusammen mit dem einen oder anderen Vereinsmitglied hin und wieder ein internationales Turnier zu besuchen.

Herwig

Eindrücke von Jürgen Schieghofer:

Es war mein erster Antritt bei einen größeren Turnier, und ein wirklich tolles Erlebnis. Zwar war ich anfangs ein wenig nervös, merkte aber bald, dass es dafür keinen Grund gab. Bis zum 7. Level (7×25 Minuten Ende des Re-Entry) spielte ich maximal fünf oder sechs Hände. Gut fürs Image, schlecht für meinen Stack.
Meines Rufs am Tisch und einer gewonnenen Hand zum richtigen Zeitpunkt sei Dank, konnte ich auf ca. 50.000 Chips erhöhen. Nach drei weiteren wesentlichen Händen (einmal ADx gegen AKx, und gleich zwei Mal DD gegen KK vor dem Flop), die ich leider allesamt nicht gewinnen konnte, war ich unter Druck geraten. Beim 17. Level (2.000 SB – 4.000 BB – 500 Ante und 11.000 im Pot) dann die entscheidende Hand: Mein Gegner, am Button sitzend, ging mit ATs All-In. Ich callte mit AKx. Im Flop die erste 10, und gleich als Draufgabe eine weitere am River. Bad Beat – mir blieben noch 12.500 Chips, die ich bis zur Pause noch einmal verdoppeln konnte.
Die erste Hand nach der Pause: Blinds 2.500 SB – 5.000 BB – 500 Ante. Ich hielt KB in Herz und pushte meine letzten 32.500 Chips All-In. Ein netter älterer Herr saß mir gegenüber und callte mein All-In mit AD.
Das Ende des Liedes: Ich ging nach Hause, der alte Herr gewann letztlich das Turnier.
Wenn man nur drei von sieben wichtigen Händen gewinnt, und 28. wird, ist das zwar eine tolle Erfahrung, aber leider nicht mehr. Nichtsdestotrotz bleibt mir als Trostpreis die Feststellung, dass auch neun Stunden konzentriertes Pokern für mich kein Problem darstellt.

Jürgen