Mein Spieltag bei der EPT – ein Bericht von Herwig Kager

Nachstehend mein Bericht von der EPT in Wien:

Gestern hatte ich meinen Spieltag bei der EPT in Wien (EUR 300,00 + 30,00 Eureka Mini-Event, Startstack 10.000 Chips). Eigentlich hatte ich ja vor, dass ich auch heute die Fahnen des PCP hochhalten würde. Leider ging die Rechnung nicht ganz auf. Nachdem wir schon am Vortag alle Anmeldeformalitäten erfragt hatten (ohne Ausweis keine PSLive-Card, ohne PSLive-Card kein Armband für den Tageszutritt, ohne Armband keine Anmeldung zum Turnier, usw.), ging zumindest diese Prozedur einmal recht rasch von statten. Die Anmeldung war ab 11.00 h geöffnet und der Turnierstart war auf 16.00 h angesetzt. Somit hatten wir genug Zeit und wir gönnten uns einen Einkaufsbummel in der Innenstadt. Danach ein wenig Erholung im Hotelzimmer – und auf ging´s in die Hofburg. Diese liegt ja nicht einmal 5 Gehminuten vom Hotel entfernt.
Naja, die Organisation hatte nicht damit gerechnet, dass sich knapp vor Turnierbeginn noch so viele Leute vor Ort anmelden würden. Daher verschob sich der Turnierbeginn um eine Viertelstunde und dann nochmals um eine Viertelstunde. Leider konnte erst knapp nach 16.30 h das Turnier gestartet werden. Durch diese zweimalige Verschiebung war der Spannungsaufbau bei mir etwas durcheinander. Von der Art des Turniers war es so, dass bis zum Ende von Level 4 ein Re-Entry möglich war. Das bedeutete, dass es bis zum Level 4 (ein Level dauerte 30 Minuten) ein ständiges Hin- und Her gab. Leider stellten sich so viele Leute bis Ende von Level 4 beim Re-Entry-Schalter an, dass bis weit ins Level 5 hinein (für das Re-Entry zählte der Zeitpunkt des Anstellens) eine ständige Unruhe im Turniersaal herrschte. Erst danach wurde es ruhiger.
Das soll aber überhaupt keine Ausrede sein, dass es mit meinem Vorhaben (den ersten Turniertag zu überleben) nicht klappte. Mein Tisch war mehr als aggressiv und der Hyper-Raiser saß auch noch zu meiner Linken – na bravo. Leider war es so, dass man für mindestens das 4-fache des Big-Blinds den Flop sah. Wenn man nur eine halbwegs spielbare Hand hatte – man hatte keine andere Möglichkeit, als mitzugehen. Bei keiner meiner folgenden Starthände (KQs, KJs, AKo) traf ich auch nur annähernd den Flop. Daher waren gleich einmal knapp 2.000 Chips weg. Plus ein paar Mal die Blinds zahlen – da ist man gleich einmal auf ein wenig mehr als 6.000 Chips unten.
Lange Zeit aber konnte ich das Spiel offen halten und wieder ein paar Chips einsammeln, blieb aber nur knapp unter Average. Aber irgendwie hatte ich schon das Gefühl, dass es nicht laufen würde. Dazu kam noch der absolute Unlauf. Ständig Starthände wie 73o, 84s, D5o (eh schon wissen, was ich meine) – das mürbt. Dennoch blieb ich geduldig und schaffte es nicht nur in die erste Pause, sondern nach 7 gespielten Levels bis ins Dinner-Break. Aber es kam keine Freude auf weil ich schon ziemlich short war. Kurz danach (es war, so meine ich, die 3. oder 4. Hand nach dem Break) hatte ich JJ. Vor mir ein Raise. Da stand ich nun. Ein Call bringt nichts (wie spiele ich dann, vor allem bei Over-Cards, nach dem Flop weiter?), ein Re-Raise ebenso nichts (dann bliebe mir nur mehr ein kleiner Rest) und ein Fold kam mit der Hand und dem Stack auch nicht in Frage. Also ging nur mehr das All-In, weil so hatte ich wenigstens auch noch die Chance, bei meinem Gegener einen Fold zu erzwingen. Ein Instant-Call des ursprünglichen Raisers (dem Spieler rechts von mir) war die Antwort. Bumm – dreht er AA um. Dass er am Flop auch noch sein drittes Ass traf war dann schon egal.
Die Enttäuschung bei mir war groß – aber nur kurz. Denn ich spielte den ganzen Turnierverlauf korrektes Poker. Klar, ich hätte auch viel mehr spielen können. Aber dann hätte ich inkorrekte Spielzüge bringen und viele Bluffs spielen müssen und genau das wollte ich nicht. Mir ist lieber wenn ich ausscheide und kann aber von mir behaupten, dass ich keine (gravierenden) Spielfehler begangen habe. Leider hadere ich bei Großereignissen mit meinem Pokerschicksal. Bei der GSOP in Baden schied ich mit KK gegen AA, bei der WSOP mit QQ gegen KK und nun bei der EPT mit JJ gegen AA aus. Dennoch bin ich (nicht vom Ergebnis, sondern von der Art meines Spiels) mit dem Verlauf zufrieden. Ich habe für stundenlang miese Starthände (die oben genannten KQs, KJs und AKo plus meine finalen JJ waren meine einzigen 4 spielbaren Starthände in all den Stunden!!!) das Beste herausgeholt. Auch war es eine tolle Erfahrung, in solch einem geschichtsträchtigem Ambiente Poker zu spielen.
Auf jeden Fall haben wir ja noch ein Ass im Ärmel. Astrid begibt sich morgen in den Women´s Event (Bericht folgt).
Auch wenn es nicht zum vorgenommenen Erfolg gereicht hat – zumindest optisch (siehe Fotos) habe ich den PCP vertreten.

Anhänge:
1: Stiegen Aufgang zu den Turnierräumlichkeiten in den 1. Stock
2: Der Turniersaal
3: Mein Sitzplatz am Turniertisch

Liebe Grüße an alle Freude des PCP.

Herwig/ Astrid