Quo vadis Poker – Quo vadis PCP

Quo vadis – wohin wird das führen?

Ein kurzer (sehr kurzer) Blick zu den Professionals:

Quo vadis? Damit wird nicht die Frage gestellt, wohin das internationale Pokerspiel sich bewegt. Die Antwort dazu haben die großen Macher des Pokerspiels vor einigen Jahren bereits gegeben.
Neben der WSOP (World Series of Poker), WPT (World Poker Tour) oder EPT (European Poker Tour) – mit Abstand die wichtigsten Pokerveranstaltungen weltweit – gehört auch die Aussie Millions Poker Championship, die einmal jährlich im Crown Casino in Melbourne ausgetragen wird, zu den renommiertesten Turnierserien des Pokerspiels.
Bei diesen Serien werden auch kleinere Buy-In angeboten. Die Anzahl der Spieler ist aber dermaßen hoch, dass es schon sehr viel Können und vor allem Glück braucht, um ins Preisgeld zu kommen. Hoch dotierte Turniere (ab 1.000 $ aufwärts) sind an der Tagesordnung. Der Hit sind High Roller Turniere. Buy-In von 25.000 $ bis hin zu 1.000.000 $ sind an der Tagesordnung. Für „Normalsterbliche“, die ihr Geld mit harter Arbeit verdienen, fast nicht bis gar nicht zu bezahlen. Aber auch der Großteil jener, die man auf den Startlisten liest, haben die Summe nicht alleine aufgebracht. Beim Mainevent der WSOP 2022 (31. Mai bis 20. Juli) werden wieder mehrere Tausend Spieler erwartet. Die meisten verkaufen Anteile ihres Buy-In, um am Turnier teilnehmen zu können. Da kann es schon passieren, dass einem nach der Gewinnauszahlung gerade einmal 5 % bleiben, denn 95 % wurden verkauft. Zu all dem sollte man nicht vergessen, dass nicht nur das Buy-In zur Bankroll zählt, sondern auch die Fahrt (Flug), Hotelkosten, Logis usw. mit einberechnet werden müssen. Für die meisten ist es dann schon Pflicht, ins Geld zu kommen, um nicht mit einem satten Minus die Heimreise antreten zu müssen.

Wirklich „günstigere“ Turniere sind auch sehr rar. Bei der WSOP 2022 werden 88 Turniere gespielt. Davon liegen bei lediglich 12 Turnieren die Buy-In unter 1.000 $ (zwischen 400 $ und 800 $). Das sind gerade einmal 12,64 %!
Beispiel Main Event 2021; Buy-In 10.000 $: Gesamt Spieler 6.650 – Platz 829 bis 1.000 bekommen ein Preisgeld von 15.000 $. Um einen kleinen Gewinn einzufahren, muss man lediglich 5.650 Spieler hinter sich lassen! (Der Gewinner bekam 8.000.000 $)
Nicht nur die Teilnahme wird immer teurer (natürlich, erhöht sich auch permanent das Preisgeld für die Besten dementsprechend) leider gibt es auch keine wirklichen Typen mehr im Pokerspiel. Spieler wie Doyle „Texas Dolly“ Brunson, Daniel „Kid Poker“ Negreanu oder Phil Helmuth sind Charaktere, die aussterben. Junge wilde Spieler nehmen ihren Platz ein. Ob das Poker dadurch besser geworden ist, bezweifle ich. Geld spielt scheinbar keine Rolle. Gespielt wird auf Teufel komm raus. Einzig die ständigen unnötigen Verzögerungen des Spiels wegen elendslanger, sinnloser Denkpausen und die lächerlichen Brillen, Tücher und T-Shirts vor dem Mund sind weiterhin Accessoires, die nicht nur lächerlich, sondern auch zum Fremdschämen anregen.

Zurück zur Frage: Quo vadis Poker

Bis dato war es nur ein kleiner Auszug, wie es in der Pokerwelt läuft. Bei den großen, – den sogenannten Profis und Semiprofis. Eigentlich sollte hier das Pokerspiel des kleinen Mannes – der kleinen Frau in Rampenlicht gerückt werden. Mit Absicht habe ich nicht Pokersport, sondern Pokerspiel geschrieben. Weil es ein Spiel ist.
Es wurde von vielen Seiten, so auch von der APSA – Austrian Pokersport Association – einiges investiert, damit das Spiel Poker als Denksport anerkannt wird. Anfangs war auch der Schreiber dieser Zeilen auf derselben Wellenlänge. Mittlerweile muss ich zugeben: Poker wird nie ein Denksport werden. Zu sehr steht der Faktor Glück im Rampenlicht. Auch wenn man im Poker hohes mathematisches Denken mitbringen sollte (was einige wichtige Alternativen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden, beeinträchtigen). Logisches Denken, Wichtigkeit des Positionsspiel und das „lesen“ seiner Gegner sind weitere wesentliche Punkte. Im Endeffekt jedoch ist es der Faktor Glück, der über Aufstehen und nach Hause gehen oder Chipleader entscheidet.
Die meisten Profis sagen: »70 % ist Können – 30 % ist Unvermögen des Gegners und Glück.«
Ich würde diese Formel umdrehen, dann würde es näher der Realität kommen.

Mit dem neuen Glücksspielgesetz ist es für Vereine, wie es der PCP einer ist in der Realität ebenfalls schwerer geworden. Waren vor einigen Jahren noch Turniere mit einem Buy-In zwischen 10 € und 50 € an der Tagesordnung, spielt man heute nur noch um Punkte.
Was ich nicht wirklich verurteile. In einem Verein sollte das wichtigste das Gewinnen der Vereinsmeisterschaft sein. Als Pokercupsieger oder auch als Masterssieger das Jahr zu beenden, sollte der Ansporn jedes einzelnen Mitglieds sein. Es fehlt aber irgendwie ein wenig der Kick, das gewisse Etwas, was seit es Poker gibt, dieses Spiel auszeichnet. Eben das Preisgeld.
So schwer es auch ist. Über das Gesetz hinwegzusehen kann man als Verein nicht.
Warum?
Gesetz ist nun einmal Gesetz. Natürlich. Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber: Meistens dann, wenn man sich sicher fühlt, kommt der Keulenschlag. Unsere Turniere sind offene Turniere. Neid und Missgunst beherrscht die Welt. Eine falsche Schlange, die sich als Gast meldet oder ein Neider, die es zu Haufen gibt, kann alles zunichtemachen. Der Obmann haftet mit seinem Privatvermögen. Die Justiz ist gnadenlos!

In den letzten Jahren haben viele wertige und noch mehr schlechte und ominöse Card Klubs und Card Casinos ihre Pforten geschlossen. Pokerklubs (Klubs, die offiziell bei der BH als solcher gemeldet sind), gab es ohnehin nur wenige. Auch hier haben sich einige bereits für immer verabschiedet, nur eine Handvoll sind noch aktiv. Einer der aktivsten ist ohne Zweifel der PCP. Trotz mehrmaligen Orts und Lokalwechsel ist es uns immer gelungen, unseren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, ihrem Hobby nachgehen zu können, ohne gleich einen Großteil ihres Gehaltes an der Kasse abzugeben, um überhaupt Pokern zu dürfen.

Wo wir bei den Problemen für die Zukunft wären.

Wohin führt der Weg? In eine gesicherte Zukunft? Eher nicht. Der Vorstand weiß, dass er in die Hände spucken muss, um das Vereinsgeschehen neu zu ordnen. Die Vorstandsmitglieder sind motiviert. Was sie brauchen, ist die Unterstützung der Mitglieder.
Als Pokerverein hat man es in einigen Belangen schwerer als viele andere Vereine. Das Spiel an sich ist für Unwissende und jene, die Poker nicht kennen ein rotes Tuch. Slogan wie „was kostet die Welt“ immer höher werdenden Buy-In der großen Pokeranbieter und Pokerserien in der internationalen Pokerwelt tragen nicht gerade zu einem Umdenken bei. Dubiose Card Casinos und Pseudovereine taten ihr Übriges, dem Spiel seinen negativen Stempel bei vielen Menschen aufzudrücken.
Wegen einer Vielzahl an Equipment (Chips, Karten, Tische, TD usw.) benötigt der Verein einen Raum, um all diese Sachen sicher unterzubringen und seine (Meisterschaft) Turniere abzuhalten. In den letzten Jahren wurde es immer schwieriger, solcherart Räumlichkeiten zu finden. Die Lokale in der Region haben wenig bis gar keinen Bezug zu Poker und haben deswegen kein Interesse. Das Wissen, das Turniere bis drei Uhr morgens dauern können, ist ein weiterer Punkt, um einen Pokerverein in seiner Lokalität abzuweisen. Räumlichkeiten zu mieten ist für einen Verein, der nur von den Mitgliedsbeiträgen lebt, so gut wie unmöglich. Entweder sind die Mieten für Räume, wo wir gerade einmal drei Tische unterbringen, horrend hoch oder die Räume sind stark renovierungsbedürftig und der Vermieter sucht eigentlich nur einen dummen, der ihn gratis restauriert und aufmöbelt.

Corona hat in den letzten beiden Jahren auch seinen (negativen) Teil dazu beigetragen. Mitglieder verabschiedeten sich für immer oder schränkten ihre Besuche und Aktivitäten auf ein Minimum oder gar auf null ein.
Wenn dann auch noch Mitarbeiter der Lokalität, wo der Verein spielt, ihre Arbeit aus unbegreiflichen Umständen nicht wahrnehmen und der Verein teuer seine Getränke beim Wirt einkaufen muss, aber keine Bewirtung als Service bekommt, muss man laut darüber nachdenken: Wie lange wird das noch gehen? Wie lange wollen wir dieses Unvermögen überhaupt noch mitmachen?
Vorweg möchte ich klarstellen: Natürlich sind wir froh, überhaupt einen Raum zu haben, um unsere Meisterschaft und Turniere abhalten zu können. Man darf aber nicht außer Acht lassen, das durchschnittlich 18 bis 24 Spieler zu den Turnieren kommen und alle Getränke konsumieren und mindestens 2/3 davon auch die Gaststätte nutzen und etwas essen!
Eine sogenannte Winn-Winn-Situation sagt man. Mit Sicherheit. Aber auch der Gastgeber darf nicht vergessen. Alle 2-3 Wochen 20 Gäste, die Essen und Trinken sind nicht von der Hand zu weisen. So mancher Wirt wäre froh, mit solchen regelmäßigen Einnahmen rechnen zu dürfen.

Quo vadis für die nahe Zukunft:

  • Für die nahe Zukunft (2023) wird es einige Änderungen geben (müssen).
    Neben der Meisterschaft darf es nicht mehr so große spielfreie „Löcher“ geben wie in diesem Jahr.
    Turnierserien und Cashgame Abende sollten den Kalender ausfüllen.
    Die Führungsebene wird sich ändern.
    Verstärkt aufs miteinander Achten und, und, und …
  • Wenn man weiter in die Ferne blickt sollten einige Dinge langsam in den Köpfe der Mitglieder verankert werden:
    Nur im Kollektiv ist man stark und kann auch weiterhin seinem Hobby eine Basis geben!
    Wenn die Prognosen so weitergehen, kann es sein das man wieder „siedeln“ muss!
    Es wird nicht immer ein Lokal sein. Essen a la card – damit könnte Schluss sein! Das würde aber auch heißen, das man sich um einige Dinge selbst kümmern muss. Das wiederum alle Mitglieder auffordert aktiv zu sein (werden)!
    Der PCP sollte (und wird) auch nie ein Ort werden, wo man billigst pokern kann. Sprich: kommen-spielen-gehen. Das ist nicht unsere Philosophie!

Eine kurzer kritischer Bericht zum Spiel Poker – Quo Vadis Poker – Quo Vadis PCP?

Ich wünsche allen Mittgliedern und Gönnern einen erholsamen und schönen Urlaub!

 

»Ohne seine Idealisten könnte kein Verein existieren. Ohne seine Phlegmatiker hätte keiner genug Mitglieder.«

Hans-Heinrich Hitzler