Women’s Event EPT 2014 – mit dabei Astrid Tancsics

EPT Wien 2014 - HerwigHallo Poker Freunde!

Nun auch noch ein kurzer Bericht von der Players-Party (22.03.2014) und die Zusammenfassung von Astrids Spieltag (23.03.2014).

Bericht 1 (EPT Wien 2014 – Players-Party):

Alle mit der PSLive-Card von PokerStars bei der EPT registrierten Spieler erhielten auf Anfrage ein silbernes Armband, welches den Zutritt zur Players-Party ermöglichte. Diese fand „In the box“ beim Hilton Hotel statt. Astrid hatte zwar vor auch hinzugehen, ließ es aber dann doch, da sie ein wenig verkühlt war, sich somit doch schonen und ausgeschlafen zu Ihrem Turnier antreten wollte. Naja, ich war ja noch nie auf einer solchen Players-Party und hatte daher auch keine großen Erwartungen, außer zahlreiche Pros zu sehen. Schon am Eingang ist mir aber aufgefallen, dass dieses Event doch etwas Besonderes sein dürfte.
Alleine am Eingang und im Foyer standen 5 Türsteher im Format, welches ich nur vom American Wrestling her kenne. Es erfolgte eine penible Personenkontrolle. Unten im Club angekommen gab´s dasselbe nochmals (Armband herzeigen, Taschen abtasten, usw. – das volle Programm). Dann erst hatte man Zutritt zum Club. Er ist zweigeschossig, mit einer galerieartigen Bauweise des ersten Stocks, wo man im Inneren in den unteren Bereich hinuntersieht. Bumm – das war aber nicht ohne. Ein Disco-Ambiente vom Feinsten und Leute ohne Ende. Was ich nicht wusste – sämtliche Getränke waren gratis und bis 02.00 h wurden an den beiden Bars im ersten Stock und im unteren Bereich ständig plattenweise kleine Häppchen gereicht (Lachs, Roastbeef, Käse, verschiedene Wurstsorten und Snacks). Egal ob man ein Bier, einen Wein, ein Cola-Whisky, Cola-Rum, Cappy – Wodka, Gin-Tonic, Red Bull-Wodka, einen Jägermeister oder sonst etwas bestellte – einfach nur sagen und man bekam es – PokerStars kam für alles auf. Die meisten Leute bestellten immer gleich zwei bis drei Getränke, damit man sich nicht sooft anstellen musste. Über den Ausgang dieser Nacht breite ich den Mantel des Schweigens.
Aber ich nutzte die Möglichkeit, mich mit zahlreichen Pros zu unterhalten und so interessante Details aus dem Leben eines Poker-Pros zu erhalten. Im Anhang ein Foto vom Club und ein paar Fotos von Pros, mit denen ich mich unterhalten habe.
Das ganze Spektakel war für mich erst in den Morgenstunden zu Ende und ich bin heute noch stolz darauf, dass ich den Fußmarsch ins Hotel schaffte (keine Ahnung wie).

Anhang 1: Club im Hilton Wien
Anhang 2: George Danzer (deutscher Poker-Pro, Highroller)
Anhang 3: Jan Heitmann (deutscher Poker-Pro, Highroller)
Angang 4: Pius Heinz (deutscher Poker-Pro, WSOP Main Event-Sieger 2011)
Anhang 5: Dominik Panka (polnischer Poker-Pro, PCA-Champion 2014, Sieger beim Highroller-Turnier bei der EPT in Deauville 2014 und einer der erfolgreichsten Turnierspieler)

Bericht 2 (EPT Wien 2014 – Spieltag Astrid)/ Women´s Event (Buy-in EUR 300,00 + 30,00)

Astrid ging erholt und absolut entspannt in dieses Women´s Event bei der EPT in Wien. Irgendwie hatte sie das Gefühl: „Heute könnte es etwas werden“. Leider gingen nur 61 Spielerinnen an den Start, was nicht viel erscheint. Das ist aber immerhin ein weitaus größeres Teilnehmerfeld, als es z. B. bei der EPT in Prag (39 Teilnehmerinnen) gab. Die Frauen starteten nur mit 8.000 Chips an Startstack, was man nicht ganz verstehen kann, denn die Männer bekamen bei gleichem Buy-in 10.000 Chips. Gut – macht nichts, die Bedingungen waren ja für alle gleich. Die Blindlevels waren jene, die auch wir spielen (außer 75/ 150) und die Leveldauer betrug 30 Minuten (nach der Pause 40 Minuten). Astrid war aber mit Sicherheit eine der ganz wenigen Amateurinnen (sie spielt ja erst seit rund zwei Jahren Poker) im Teilnehmerfeld. Dennoch ließ sie sich weder vom imposanten Turniersaal, noch von den Gegnerinnen beeindrucken.
Was aber von Anfang an auffiel – mit dem bei uns beliebten „Call“ kommt man nicht weit. Entweder man zahlt eine 3-Bet für das Sehen des Flops oder man darf seine Karten folden. Astrid ließ sich aber auf keine Battles ein. Schon alleine die dritte Hand im Turnier zeigte, wie diszipliniert und auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet Astrids Spiel war. Sie hatte DD. Ihr zweimaliges Anspielen brachte leider nichts und am Turn waren sowohl die Straße, als auch der Flush angekommen. Nach längerem Überlegen foldete Astrid schlussendlich, da die Gegnerin zu viele Möglichkeiten hatte. Das kostete gleich einmal rund 1.000 Chips, was Astrid aber überhaupt nicht aus der Ruhe brachte. Durch die durchwegs aggressive Spielweise war Astrid gezwungen, ungewöhnlich viele Hände zu spielen. Daher schaffte sie es auch, immer wieder Chipsverluste auszugleichen. Es wurden drei Levels zu je 30 Minuten gespielt, dann ging es in die erste Pause und Astrid war ziemlich Average. Die Pause betrug 15 Minuten, was ja nicht viel Zeit für Erholung ist. Kurze Lagebesprechung und weiter ging´s. Diesmal ging es vier Levels zu 40 Minuten bis zur nächsten Pause. Astrid zog zwar keine Monster-Pots, konnte aber immer wieder kleinere Steals einfahren, so dass sie sich sogar nach 7 gespielten Levels in die nächste Pause rettete und auch noch (zwar darunter, aber immerhin) in Reichweite des Averages lag.
Begonnen hatte das Ganze mit acht Tischen und nun waren es nur mehr deren drei. Leider hatte Astrid gerade in der Zeit, „wo es an´s Eingemachte“ ging und die Aggressivität im Spiel auch noch zunahm, einen absoluten Unlauf, was die Karten anbelangte. Leider trafen die anderen Spielerinnen häufig und das war dann auch die Zeit, wo Astrid zwar nicht die Nerven, aber den Anschluss an einen möglichen Final-Table verlor. Es war einfach nichts zu spielen. Obwohl Astrid schon ziemlich short war, wartete Sie geduldig auf ihre wenigen Chancen, die sich ihr boten und zog die dann auch konsequent und mit aller Härte durch. Dadurch schaffte es sie sogar auf die letzten beiden verbliebenen Tische. Das bedeutete – nur mehr 16 Spielerinnen, wobei die ersten Acht ins Geld kamen. Wenn man aber bedenkt, dass bei der Tischzusammenlegung von drei auf zwei Tische eine Spielerin an Astrids Tisch kam, die drei Racks (!!!) benötigte, um ihre Chips zu transportieren (und das war nicht die Einzige mit solch einem Haufen), dann kann man sich vorstellen, wie Astrid kämpfen musste und es auch tat, um nicht unterzugehen. Sie ließ sich auch von solchen Chipsbergen und dem Umstand, dass sie 5x den Tisch wechseln musste nicht einschüchtern und zog ihr Spiel durch. Noch 14 Spielerinnen, noch 13, noch 12 – Astrid noch immer dabei. Obwohl Astrid sehr short war – zum ersten Mal kam die Hoffnung auf, es könnte sich mit „in the money“ ausgehen. Sie wollte so lange als möglich im Turnier bleiben. Nur so hatte sie auch die Möglichkeit, dass andere Short-Stacks die Nerven verlieren und sie so weiter nach oben rutscht. Genau das passierte – noch 11 Spielerinnen, noch 10 und die Chance lebte. Leider kam gerade in dieser heiklen Phase wieder ein Karten-Unlauf für Astrid und irgendeinen Dreck wollte sie auch nicht reinstellen. Dann bot sich die Chance und sie wusste – entweder jetzt oder das war´s. All-in von Position 3, All-in von Position 5 – entweder oder: All-in von Astrid (KTs). Da hätte Astrid die Chance auf ein Verdreifachen gehabt – leider „hätte“. Die beiden anderen Spielerinnen teilten sich den Pot und Astrid traf leider ihren 6-Outer nicht (3x König, 3x 10). Damit belegte Astrid beim Women´s Event bei der heurigen EPT Platz 10.
Astrid war aber nach dem Ausscheiden überhaupt nicht traurig. Sie war zu Recht stolz auf dieses Ergebnis. Wenn man bedenkt, welche Spielerinnen sie als Gegnerinnen hatte. Natalie Hof (die deutsche Poker-Pro saß lange Zeit links (!!!) von Astrid) und Jamilla von Perger (deren Mutter Maria sogar 4. wurde) – um nur zwei davon zu nennen. Dennoch – ein wenig haderte Astrid schon mit dem Schicksal. Wenn die beiden All-ins von zwei weiteren Short-Stacks kurz vor Astrids Ausscheiden nicht knapp durchgegangen wären – dann wäre Astrid schon Achte und im Geld gewesen oder in der Schlussphase spielbare Starthände gekommen wären – das hätte sicher auch gereicht.
Dennoch verlässt Astrid die EPT mit einem lächelnden Auge, weil sie der Ansicht ist, mit ihrem Abschneiden bei der EPT nicht nur persönlich einen guten Erfolg verbucht, sondern auch den PCP und dessen Sponsoren international gut vertreten zu haben.

Anhang 6: Turniersaal Astrid
Anhang 7: Turniertisch Astrid
Anhang 8: Die letzten beiden Tische

Original Bericht von Herwig Kager live aus Wien