Mannschaft zur Pokerliga

Ein sehr kritischer Bericht von Robert Purgay, Obmann des Pokerclub Peggau

Einleitung:

Gerade einmal 9 Mannschaften meldeten sich zur Liga. Das Mannschaftsspiel scheint nicht mehr der „Renner“ zu sein. Was bis zu einem gewissen Grad auch verständlich ist. Pokern ist eigentlich eine sehr egoistische Variante des Kartenspiels. Als Mannschaftssport eher nicht geeignet. Gesellig und über weite Strecken unterhaltsam, sofern der Gegner nicht zu verbohrt ist, ist es allemal.
In weiterer Form ist es schade, und das zieht sich wie ein roter Faden durch den Pokersport in der Steiermark, gibt es so gut wie keine „echten Vereine“! Mit Ausnahme des PCP spielt nur ein echter Verein diese Liga. Schirmherr STPSV selbst stellt kein eigenes Team. Bei einem oder zwei Vertretern bin ich mir ihrer rechtlichen Zuordnung nicht sicher, beziehungsweise ist es mir, gelinge ausgedrückt, egal.
Ich persönlich sehe diese Art des „Pokerns“ als Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auf einen gemütlichen und meist lustigen, in Gegensatz zu manchem andern, nicht wirklich ernstgenommenen Abend zu treffen.

Zu unserer Mannschaft:

Neben Kapitän Gerald Dirnberger spielten Bernd Zigart, Dany Moser, Robert Purgay, Manfred Schöberl, Martin Platzer und Thomas Bogacs um Punkte.
Nachdem pro Gruppe nur drei Mannschaften spielten, beschränkte sich die Vorrunde für unser Team auf vier Spiele.
M&R Graz wurde im Heim und Auswärtsspiel besiegt. Gegen das Team Blaubier aus Voitsberg gab es einen Sieg und eine Niederlage. Nachdem Blaubier ebenfalls beide Spiele gegen M&R Graz gewonnen hatte, entschied der Gesamtscore zugunsten unserer Mannschaft.
Das heißt: Finale um den (innoffiziellen) Meistertitel des Steirischen Meister im Mannschaftspokern.
Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, warum innoffiziell? Weil es in der Steiermark keinen echten Pokersportverband gibt. Wenn, habe ich ihn noch nicht gefunden.

Dazu ein Ausschnitt aus dem Bundesgesetz über Vereine (Vereinsgesetz 2002 – VerG)

§ 1 (5) Ein Verband ist ein Verein, in dem sich in der Regel Vereine zur Verfolgung
gemeinsamer Interessen zusammenschließen. Ein Dachverband ist ein Verein zur Verfolgung gemeinsamer Interessen von Verbänden.

So wirklich sehe ich das in der Steiermark nicht.

Zurück zu unserer Mannschaft. Unsere Jungs (es findet sich keine Poker Lady im Verein, die Mannschaft spielen möchte), hatten sichtlich viel Spaß und nahmen das Ganze (Gott sei Dank) nicht wirklich tragisch, wenn es einmal nicht lief.

Das Positive an der Sache: Der PCP hatte in puncto Auslosung immer Glück. Auch dieses Jahr. Uns wurden durchgehend tolle Mannschaften mit netten lustigen Leuten als Gegner zugelost.
Als gute Gastgeber sind wir, denke ich, bekannt. Auch Auswärts hatten wir viel Spaß und wurden stets freundlich aufgenommen.

Das Negative an der Sache: Einige Mannschaften scheinen die Abgabe der Ergebnislisten nicht genau zu nehmen. Viel zu spät (wenn überhaupt) werden Ergebnislisten den Zuständigen übermittelt.
In weiterer Folge dauert es lange (sehr lange) bis die Ergebnisse in der Homepage des STPSV hochgeladen werden. Das Resultat sind unvollständige Tabellen.
Als Beispiel: Wochen vor unserem letzten Spiel gegen Blaubier spielten diese gegen M&R Graz. Dieses Spiel war noch nicht in der Tabelle ergänzt. Der tatsächliche Stand (Punkte, Score) war nicht bekannt. Und das vor einem Spiel um den direkten Aufstieg ins Finale!

Kritiker werden nun sagen: „Warum regst du di auf, du siehst es eh nur als Gaudi“ (der steirische Slang ist mit Absicht gewählt – Anm. des Red.).
Korrekt – ich in persona. Das ist meine subjektive Meinung. Es gibt jedoch auch Spieler, denen es mehr wert ist und die haben es verdient, dass, wenn man solch eine Serie ins Leben ruft, diese auch ordentlich bearbeitet, Tabellen so rasch wie möglich auf den neuesten Stand gebracht und Statistiken gewartet werden.

Der PCP hat in der Vergangenheit einmal den „Meistertitel“ dieser Liga gewonnen und wurde einmal Zweiter. Damals wurde dieser Wettbewerb bei den Mitgliedern sicher um einiges höher geschätzt.
Wir vom Vorstand werden uns in einer der nächsten Sitzungen mit Sicherheit darüber den Kopf zerbrechen, ob wir nächstes Jahr bei der Pokerliga mitspielen.
Zum einen wurden Stimmen laut, dass es in dieser Form wie es jetzt geschieht, nicht mehr angedacht ist weiterzumachen.
Zum anderen finden sich immer weniger, die neben der eigenen Meisterschaft mit 16 Runden, unseren Spezialturnieren und den Einzelturnieren des STPSV noch (für die eigene Mannschaft) spielen wollen.

Unser Team wird natürlich im Finale alles geben. Kapitän Gerald wird, wenn möglich, das beste Team nach Voitsberg schicken. Sollten wir siegreich sein, werden wir feiern. Wenn nicht – genauso!

Allen jenen, die zu diesem Bericht das Gesicht verziehen sei gesagt – es ist euer gutes Recht.
Nur: Ideen, Vorschläge und Vorstellungen einer bestimmten Sache benötigen immer Menschen, die in die Hände spucken und aktiv werden. Leute, die arbeiten, um eine Vision realistisch werden zu lassen.
Mit klugen Reden und belehrenden Ratschlägen an solches kann man keine Meisterschaften, Turniere oder sonstige mit Arbeit verbundene Veranstaltungen erfolgreich abwickeln.

Robert Purgay
Obman PCP

Tabelle Pokerliga